Athletenprofil PDF Drucken E-Mail

Wie schaut eigentlich Ingrid´s Training aus?

Vor gar nicht allzu langer Zeit hatte ein Skifahrer im Sommer ein schönes Leben: Etwas Mountainbiken und ein paar Einheiten in der Kraftkammer, und das war´s. Mit dem Schneetraining ging´s dann meist im August los.
Diese Zeiten sind vorbei. Vorreiter dieser Entwicklung war sicherlich Hermann Maier. Er hat gezeigt, was körperlich und skitechnisch machbar ist. Dadurch ist er in neue Dimensionen vorgestoßen. Die Action, die man heute im Skiweltcup sieht, wäre vor ein paar Jahren noch undenkbar gewesen.

www.rumpfhuber.at hat Ingrid befragt, wie sie sich sportlich auf die kommende Saison vorbereitet.

Interview mit Ingrid

Frage:
Hallo Ingrid, und erst mal Gratulation zur tollen vergangenen Saison. Hattest Du danach eigentlich Zeit für einen Urlaub?

Ingrid:
Danke für die Glückwünsche. Mein letztes Rennen war Ende März, und danach standen noch einige Materialtests und ein Geländekurs am Arlberg am Programm.

Anfang Mai hab ich mir dann 12 Tage Urlaub auf den Seychellen gegönnt.

Frage:
Wie teilt sich das Skitraining und das Konditionstraining eigentlich zeitmäßig auf? Wie viel trainierst Du in einer Woche?

Ingrid:
Wir trainieren von Anfang Mai weg bereits auf Schnee. Anfangs weniger oft, aber bis Mitte November wird es dann immer mehr. In der Praxis sieht das so aus, dass wir etwa jede zweite Woche für ca. vier Tage am Gletscher sind. Dazwischen trainiere ich Kondition. Ich trainiere zweimal täglich, also Vormittag und Nachmittag für jeweils etwa 2 bis 3 Stunden. Regenerative Maßnahmen wie Sauna, Massage, Stretching, etc. dazugezählt ergibt das pro Woche ca. 25 Stunden Training.

Frage:
Kannst Du uns beschreiben, wie es ist, im Sommer Ski zu fahren. Macht das Spaß?

Ingrid:
Da es im Sommer jetzt recht warm ist, stehen wir meist um 5:30 Uhr auf, damit wir um 7 Uhr zum trainieren beginnen können, bis ca. 11 Uhr. Danach geht´s zum Essen ins Hotel, und am Nachmittag wird dann nochmals trainiert - allerdings mehr zum Auslockern, also Joggen, Ballspiele oder koordinative Übungen. Nach dem Abendessen machen wir meistens Stretching oder Massage, und eben Technikanalysen von den Videoaufnahmen. Der Schnee am Gletscher ist wegen der intensiven Sonneneinstrahlung natürlich ein bisschen anders, also in der Früh meistens sehr eisig und gegen Mittag rinnt dann alles. Da kann es schon passieren, dass man ½ Liter Wasser in den Skischuhen hat. Das Skifahren selbst macht mir aber fast immer Spaß. Anstrengend ist nur, dass wir fast immer auf 3000 m trainieren, in Zermatt sogar auf fast 4000 m.

Frage:
Und wie sieht das Konditionstraining aus?

Ingrid:
Wir haben einige Konditionskurse mit dem ÖSV, und daneben wird selbst trainiert. Die wichtigsten Anforderungen an einen Skirennläufer ergeben sich durch die Technik, die neuen Ski und die Art der Rennen. Am meisten trainiere ich daher Kraft (Schnellkraft, Maximalkraft und Kraftausdauer), Koordination und Geschicklichkeit. Die Ausdauer ist auch enorm wichtig, aber weniger für das Skirennen selbst, sondern vielmehr um das anstrengende Training und die vielen Rennen im Winter besser zu verkraften. Die meiste Zeit verbringe ich daher im Fitnessraum, im Turnsaal und auf dem Rennrad.

Frage:
Welche Trainingstipps hast Du für uns Hobby-Skirennläufer parat? Wie sollte man sich auf den Winter vorbereiten?

Ingrid:
So kurz ist das schwierig zu beantworten. Eine gute Ausdauer ist natürlich die Voraussetzung. Dazu geht man am besten Laufen, Biken oder Inline-Skaten. Im Herbst sollte man dann auch die Kraft trainieren. Viele glauben, die Kraft in den Beinen ist für das Skifahren entscheidend. Für die neuen Carving-Ski stimmt das aber nicht mehr: viel wichtiger ist die Kraft im Rumpf, also Bauch, Becken und vor allem der Rücken. Mit einfachen gymnastischen Übungen kann man da viel erreichen und Beschwerden vorbeugen.

Frage:
Danke für das Interview und alles Gute!

Ingrid:
Danke ebenfalls.