Jugend PDF Drucken E-Mail

Die ersten Jahre...

Ingrid kam am 3. Februar 1981 in Grieskirchen bei Wels zur Welt. Die Familie Rumpfhuber lebte damals in Oberlaab, einem kleinen Vorort von Wels. Wenig später, im Jahre 1982, übersiedelte die ganze Familie nach Bad Ischl. Ingrid, damals erst ein Jahr alt, wusste zwar nicht so recht, was vor sich ging, beobachtete das Geschehen aber mit wachen Augen.
Es folgten drei Jahre im Kindergarten der Kreuzschwestern in Bad Ischl, wo es Ingrid sehr gut gefiel. Der Kindergarten war nicht allzu weit vom neuen Haus der Rumpfhuber´s entfernt, und Ingrid´s Mama unterrichtete an der Kreuzschwesternschule, einer HBLA, an die der Kindergarten angeschlossen war.

Die Volksschule Reiterndorf

Nur einen Kilometer von Ingrid´s Zuhause entfernt liegt die Volksschule Reiterndorf. Reiterndorf ist ein kleiner Vorort von Bad Ischl. Ingrid gefiel es natürlich, so nahe an der Schule zu wohnen. In der ersten und zweiten Klasse ging Ingrid bei Frau Lehrerin Hafner zur Schule, und in der dritten und vierten Klasse hatte sie Herrn Lehrer Savel.
Ingrid´s Lieblingsfächer waren Turnen und Sachunterreicht (eine Mischung aus Geschichte und Geographie). Das Turnen gefiel ihr besonders bei Herrn Lehrer Savel, wo es ab und zu auch eine Einheit "Ringen" gab: Ingrid war immer ganz stolz, wenn sie gegen die Burschen gewonnen hatte.
Im Alter von sieben begann Ingrid auch mit dem Skirennlauf. Ein Vereinstrainer des ASKÖ Gosau hatte Ingrid und ihrem Bruder beim Skifahren zugesehen und fragte die Eltern, ob die Kinder denn nicht zum Skitraining kommen wollten. Von da an ging es im Winter jeden Samstag zum Skifahren in die Gosau.
Neben dem Skifahren verfolgte Ingrid aber viele andere Interessen: Blockflötenspiel in der Musikschule, Ballettunterricht und viele andere Sportarten, wie Turnen, Radfahren, Leichtathletik, Wandern, Klettern, Reiten etc.

Das Gymnasium Bad Ischl

Nach vier Jahren Volksschule kam Ingrid ins Gymnasium Bad Ischl und fand dort schnell neue Freundinnen. Ihre drei besten Freundinnen waren Elisabeth, Michi und Susi - und zusammen bildeten sie den "Club EMSI". Klassenvorstand war Herr Magister Bleier, den die EMSI´s wegen seiner weißen Haare bald als "Silberpfeil" bezeichneten (natürlich nur geheim).
Sportlich tat sich auch einiges: Ingrid wurde auf der Postalm in Salzburg Kinderlandesmeisterin im Skifahren - und das mit eingegipster Hand! Damals war Ingrid übrigens auf Skiern von Kneissl unterwegs. Turnerisch war Ingrid auch sehr talentiert und besuchte den Turnverein in Salzburg. In dieser Zeit belegte sie auch bei den Salzburger Landesmeisterschaften im Turnen den 5.Rang.
Zu Ende der vierten Klasse des Gymnasiums stand die Entscheidung an, ob Ingrid ins Skigymnasium Stams gehen sollte oder nicht. Für Ingrid ergab sich die Entscheidung insofern, als sie vorhatte, bei Bestehen der Aufnahmeprüfung Skifahren als Hauptsportart zu sehen, und bei Nichtbestehen als Hobby.

Das Skigymnasium Stams

Ingrid bestand die Aufnahmeprüfung, und dass die Entscheidung zugunsten des Skilaufes richtig war, wurde ihr klar, als sich sehr schnell Erfolge einstellten. So wurde sie bereits im erstmöglichen Jahr für die Kaderaufnahme in die Nachwuchsmannschaft (C-Kader) des ÖSV berufen. Es folgten zahlreiche Österreichische Meistertitel in den Jugendklassen und viele Erfolge bei internationalen FIS - Rennen. Als herausragende Einzelleistungen sollte man die Silbermedaille bei der Jugendolympiade 1997 in Sundsvall (Schweden) sowie die Silbermedaille bei der Junioren-WM 2000 in Mt. Saint Anne (Canada) nennen.
Ingrid, die mittlerweile im B-Kader des ÖSV trainierte, erhielt 2000 ihre ersten Einsätze im Europacup, der als Sprungbrett in den Weltcup dient. Grundsätzlich fährt Ingrid alle Disziplinen, am stärksten davon in Riesentorlauf, Super-G und Abfahrt. Die Saison 2001 brachte einen in dieser Form überraschenden Durchbruch im Europacup. Ingrid war von Anfang Jänner 01 an die dominierende Läuferin in den Speed - Disziplinen (SG, Abfahrt) und nahezu immer in den Top 3 platziert.

Die Vorbereitung auf den Weltcup

Aufgrund der Europacup-Erfolge im Jahr 2000 durfte Ingrid am 24.02.2001 das erste Mal bei einem Weltcuprennen an den Start gehen. In Lenzerheide schaute beim Debüt zwar nur Rang 35 heraus, dennoch war es eine gute Erfahrung. Nach Saisonende stieg Ingrid in den A-Kader auf. Im ÖSV sind aber bei vielen Läufern die Kaderzugehörigkeit und die Trainingsgruppe verschieden. So war es auch bei Ingrid. Obwohl laut Statut im A-Kader, blieb sie für die Vorbereitungsphase in der Trainingsgruppe Europacup. Bis Ende Oktober trainierte Ingrid also mit der Europacupmannschaft, was einige Vorteile, aber auch einige Nachteile mit sich brachte: Gut war natürlich, dass sie das Umfeld (Trainerstab, Kolleginnen) bereits sehr gut kannte. Ein Hintergedanke war auch, dass Ingrid - sollte sie den Sprung in den Weltcup nicht schaffen - so leichter in die B-Mannschaft rückintegriert werden könnte. Weniger gut war natürlich, dass Ingrid in der Vorbereitung im Training meist die Schnellste war und nicht mit den Weltcupdamen trainieren konnte. Außerdem sind in der B-Mannschaft gewisse Ressourcen begrenzt - so konnte Ingrid vor allem nicht in Südamerika Abfahrt trainieren. Letztlich hatte Ingrid vor dem Saisonauftakt dann auch sehr wenig in den Speed-Disziplinen trainiert. Die Oberösterreichischen Nachrichten schrieben treffend: "Weniger Training als ein Tourist." Damit war gemeint, dass Ingrid Ende Oktober erst 3 Tage Abfahrtstraining in den Beinen hatte. In Super-G und Riesentorlauf hingegen verlief die Vorbereitung sehr gut.

Der Einstieg in den Weltcup

Ende Oktober 2001 stiess Ingrid dann zur A-Mannschaft und flog mit den Speed-Damen nach Amerika. Anfangs verlief das Training sehr gut, bis sich Ingrid Mitte November beim Konditionstraining in Aspen am linken Knie (Patellarsehne) verletzte. Ingrid konnte 10 Tage nicht Skifahren und stand nach dieser Pause das erste Mal beim ersten Abfahrtstraining zur Weltcupabfahrt in Lake Louise wieder auf Skiern. Umso erstaunlicher war, dass sie in beiden Abfahrten (Doppelabfahrt) jeweils Rang 25 belegen konnte. Wesentlich stärker jedoch war dann Rang 14 im Super-G von Lake Louise einzuschätzen: Schliesslich war es Ingrid´s erster Weltcupauftritt in dieser Disziplin - so gut hatte selten zuvor eine Läuferin im Weltcup debütiert. Zurück in Europa konzentrierte sich Ingrid vor allem darauf, die Knieprobleme in Griff zu bekommen. Bis Weihnachten standen ausser an den Rennterminen keine Skitage mehr am Programm, vielmehr Physiotherapie. Bei den Rennen selbst fehlte Ingrid dadurch natürlich vor allem die Konstanz. Sehr guten Ergebnissen wie Platz 22 im Super-G von Sankt Moritz standen weniger gute Ergebnisse entgegen. Nach der Weihnachstpause ließen die Knieprobleme etwas nach, Ingrid konnte wieder mehr trainieren und wurde in ihren Leistungen konstanter. Die Formkurve im Jänner zeigte steil aufwärts: Platz 21 in der Abfahrt von Saalbach, dann der vielbeachtete 15. Platz in der schweren Abfahrt von Cortina und schließlich Ingrid´s erstes Top 10 Ergebnis: Am 02.02.2002 raste Ingrid in der Sprintabfahrt von Aare zu Platz 6 und machte sich damit einen Tag vor ihrem 21. Geburtstag selbst das schönste Geschenk. Die Saison endetet dann mit eininge guten Platzierungen in Welt- und Europacup.

Nichts ist mehr wie zuvor

Am 17. März 2002 kam Ingrid´s Vater bei einem tragischen Skiunfall ums Leben. Hans Rumpfhuber stürzte auf dem Skiberg Katrin in Bad Ischl im Bereich der Liftzufahrt über eine ungesicherte Böschung auf dort liegende, große Felsbrocken. Er erlag noch am Unfallort seinen schweren Kopfverletzungen. Dies war für Ingrid ein schwerer Schock. Gänzlich zu verstehen wird dieser Schicksalsschlag wohl auch nie sein. Dennoch muss das Leben irgendwie weitergehen, und für Ingrid war stets klar, dass sie mit voller Kraft weiter an ihrer sportlichen Laufbahn arbeiten wird. Seit April 2002 trainiert Ingrid daher schon wieder mit großem Einsatz an Kondition und Skitechnik, um optimal vorbereitet in ihre zweite Weltcupsaison zu gehen.

Die Saison 02/03: gute Vorzeichen, schlechter Verlauf...

Die Saison 2002/2003 verlief für Ingrid in der Vorbereitungsphase sehr gut. Ingrid ging bis Anfang August nicht auf Schnee, um ihre Probleme mit der Patellar-Sehne in den Griff zu bekommen und die chronische Reizung auszuheilen. Dies gelang ihr sehr gut, und so konnte sie ab Mitte des Sommers wieder in vollem Umfang und schmerzfrei trainieren.

Aufgrund des späten Beginns des Skitrainings hatte sie klarerweise in diesem Bereich einigen Nachholbedarf. Bis Ende Oktober kam sie aber sehr gut in Form, weswegen sie sogar an der Qualifikation für die Weltcup-Riesentorläufe in Sölden teilnehmen durfte. Sie verpasste dort die Qualifikation nur knapp, fühlte sich aber gut vorbereitet für die Rennen in Nordamerika.

Nach einer Woche Training in Beaver Creek dann leider ein bitteres Erlebnis für Ingrid: Beim Einfahren zum Super-G Training geriet sie mit hohem Tempo in den unpräparierten Teil der Piste, überschlug sich mehrmals und verletzte sich am Knie. Sie zog sich schwere Bänder-Überdehnungen zu. Gemeinsam mit ihren Trainern entschied sie sich aber gegen eine Abreise, da ihr diese das Vertrauen aussprachen, sie könne die ersten Rennen nach der Verletzung zum Aufbau nutzen. Ingrid verbrachte die folgenden 10 Tage in den USA mit Rehabilitation, ehe sie elf Tage nach ihrem Sturz erstmals wieder auf Skiern stand. Beim ersten Saisonrennen in Aspen verpasste sie mit Platz 33 die Punkte knapp. In Lake Louise war sie in den ersten zwei Rennen ebenfalls knapp außerhalb der Punkteränge, bewies aber aufsteigende Form. Platz 25 im dritten Rennen und damit die ersten Punkte waren der Lohn. Ingrid konnte das fehlende Training zunehmend kompensieren und freute sich auf die Europa-Rennen.

Entgegen ihren ursprünglichen Aussagen wurde Ingrid trotz steigender Tendenz von ihren Trainern vor dem ersten Europarennen mitgeteilt, dass sie im Super-G nicht mehr starten dürfe. Neben der menschlichen Enttäuschung über diesen Meinungs-Schwenk war es für Ingrid natürlich auch sportlich betrachtet ein Rückschritt - hatte sie nun doch eine Chance weniger, ihr Ziel (TOP 20 im Super-G Weltcup) zu erreichen. In der Folge fuhr Ingrid jedes Rennen mit dem Druck, sich qualifizieren zu müssen. In Cortina sollte das Abfahrtstraining als Qualifikation für den Super-G gelten. Ingrid fuhr sehr gut und war mit Platz 13 mit Abstand schnellste Läuferin der jungen Garde. Dennoch wurde ihr am Abend vor dem Rennen mitgeteilt, dass sie doch nicht starten dürfe. Ingrid war bitter enttäuscht, war es einmal mehr ein Meinungswechsel der Entscheidungsträger. In der Abfahrt kam Ingrid dann leider schwer zu Sturz. Nach einem Verschneider stürzte sie ins Netz, und zog sich schwere Bänderüberdehnungen im rechten Knie sowie einen Impressionsbruch am Schienbeinkopf zu. Dies bedeutet das Saisonende.

Ingrid zog wichtige Lehren aus der Saison 02/03 und bereitete sich mit großer Eigenverantwortung auf die Saison 03/04 vor. Bereits Ende Januar begann sie mit der Therapie und dem Aufbautraining für die neue Skisaison. Mitte März begann sie mit einem Staatlichen Skilehrer, das Technikprogramm im Skibereich aufzubauen. Im Konditionsbereich arbeitet Ingrid im Leistungszentrum Rif-Salzburg.

Am Ende der Vorbereitungsphase (September/Oktober) war Ingrid bei den Leistungstests ihrer Mannschaft mit Abstand die fitteste Läuferin. Auch am Schnee zählte sie bei den letzten Zeitläufen auf der Reiteralm in den schnellen Disziplinen zu den absolut schnellsten Läuferinnen Österreichs. Ingrid startet also bestens vorbereitet in die neue Saison.