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Ingrid hat uns erzählt, wie ein typischer Renntag für sie aussieht. Sie erklärt dies anhand einer Abfahrt - beim Riesentorlauf ist der Ablauf aufgrund der 2 Durchgänge etwas anders. Aufgestanden wird zwischen 6:00 und 6:30 Uhr. Ich mache mich frisch und gehe frühstücken. Meistens steht für uns ein großes Buffet bereit, wo man sich alles von Brot, Müsli, Joghurt, Schinken, Käse, etc. aussuchen kann. Nur in Frankreich ist das kulturell bedingt etwas verschieden, da gibt es dann Croissants, Baguette und Café. Nach dem Frühstück geht's zum Anziehen aufs Zimmer. Es wird eigentlich alles gleich angezogen, nur der Rennanzug wird noch nicht gleich zugemacht, da wir ja später noch den Rückenprotektor anziehen müssen. Helm, Skibrillen, Sonnenbrille, Protektor, Startnummer, etc. kommen in den Rucksack. Dann geht's los. Um 7:30 Uhr fahren wir mit den Mannschaftsbussen oder mit den Autos der Trainer zum Hang. Der Lift öffnet meistens um 8:00 Uhr. Meistens mache ich zwei bis drei Freifahrten, um ein Gefühl für den Schnee und die Ski zu bekommen. Wenn der Hang recht lang oder der Lift sehr langsam ist, sind es natürlich weniger. Nach dem Einfahren geht's zur Besichtigung. Die Besichtigung dauert meistens von 9:00 bis 10:00 Uhr. In der Abfahrt ist die Besichtigung grundsätzlich anders als in den technischen Disziplinen: Aufgrund der zwei Trainings, die man vorher hat, sollte man die Linie und die Sprünge eigentlich im Kopf haben. Was man sich speziell noch einmal anschaut ist, ob z.B. der Schnee härter ist als in den Trainings und alles daher eine Stufe schneller abläuft. Die Trainer sind meistens an den Schlüsselstellen postiert, und wir besprechen uns noch kurz. Nach der Besichtigung geht's zum Start. Mein Servicemann checkt die äußeren Bedingungen und präpariert die Ski. Ich ziehe den Rückenprotektor an, lasse mir den Rennanzug schließen (weil die Abfahrtsanzüge den Reißverschluss am Rücken haben) und lege die Startnummer an. Dann beginne ich mit dem Aufwärmen. Ich plaudere ein wenig mit den anderen Läuferinnen und gehe im Kopf noch einmal den Lauf durch. Dabei versucht man, sich alle Schlüsselpassagen vorzustellen. Schön langsam wird's heiß. Unmittelbar vor dem Start bringt der Servicemann die Ski und klopft den Schnee von meinen Schuhen. Ich schlüpfe aus meinem Overall und gebe ihn einem Trainer. Gemeinsam checken wir noch schnell die letzten Funksprüche von der Strecke. Ich konzentriere mich nochmals kurz. Mein Servicemann kontrolliert, ob die Kanten nicht angeeist sind und dann geht's in die Starthütte. Der Start. Jetzt liegt es an mir. Im Ziel hängt es natürlich davon ab, wie's gelaufen ist. Wenn ich am schnellsten unten war, ist's klarerweise am schönsten. Unabhängig davon bekomme ich nun von einem Betreuer meine Sachen (Overall, Haube, Sonnenbrille, etc.). Schnell umziehen und zurück ins Hotel (außer wir warten auf die Siegerehrung). Im Hotel gibt's Mittagessen, und dann lege ich mich für cirka eine Stunde schlafen. Danach wird kurz trainiert, entweder am Hometrainer, oder kräftigende Übungen in der Kraftkammer. Nach dem Training geht's zur Massage. Nach diesem Programm ist es meist bereits 17:00 Uhr oder später, sodass es meist direkt zum Abendessen geht. Das Abendessen dauert meistens etwas länger als eine Stunde, und danach besprechen wir das heutige Rennen mit den Trainern. Dem folgt die Videoanalyse. Wenn ich so gegen 10:00 Uhr dann zu Bett gehe, bin ich meistens schon sehr müde, aber froh, wenn ich den Tag gut hinter mich gebracht habe.
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