Ski ABC PDF Drucken E-Mail

Ingrid präsentiert Ihnen das 1x1 des Skimaterials und der Skitechnik

Ski
Das Wort Ski stammt dem altnordischen Wort "skidh" ab, was soviel wie "Scheit" bedeutete. Dies deutet also darauf hin, dass Skier seit jeher aus Holz hergestellt wurden. Die heutigen Rennski haben ebenfalls einen Holzkern. Ober- und Untergurt der Rennski bestehen aus Titanal oder Fiberglasslaminaten. Für das Fahrverhalten entscheidend ist vor allem der "Flex" (die Elastizität entlang der Biegelinie", der "Sidecut" (auch Taillierung, Einzug) und die Torsionssteifigkeit. Im Rennskibau ist die Sandwichbauweise der Schalenbauweise insofern überlegen, als man diese Parameter wesentlich rascher und einfacher verändern kann.

Mehr Info: Skibau-ABC des Skiclubs Sandizell
Company Link:
Isosport (Hersteller von Skibauteilen)

Bindung
Prinzipiell fahren wir ähnliche Bindungen wie ein Hobbyskifahrer. Aufgrund der höheren Belastungen im Rennlauf verwenden wir allerdings stärkere Bindungsfedern. Auch sind manche Teile, die bei normalen Bindungen aus Plastik bestehen, bei den Rennlaufmodellen aus Aluminium oder Composite-Materialien.

Sicherheits-Info: VIS Bayern (Skibindungseinstellung)

Platte
Zwischen Ski und Bindung befindet sich normalerweise ein Platte. Die Gesamthöhe zwischen Skiunterseite (Belag) und Schuhauflage (am Fersenbacken der Bindung) ist von der FIS limitiert. Bei den Platten sollte man zwischen reinen Erhöhungsplatten oder Spacern, und Dämpfungsplatten unterscheiden. Fischer hat eine sehr gute Platte entwickelt, die in der Skimitte am Ski fixiert ist, während sie vorne und hinten schwimmend gelagert ist. Dadurch bleibt die natürliche Biegelinie des Skis unbeeinflusst.

Allgemeine Technologie-Info: University of Oregon

 Schuhe
Die Skischuhe werden von vielen Rennläufern als der kritischte Ausrüstungsgegenstand betrachtet. Tatsächlich ist es schwierig, die richtige Abstimmung im System Ski - Platte - Bindung - Schuh - Läufer zu finden. Anatomisch werden die Skischuhe durch Schäumen, Biegen und Ausschleifen an den Fuß angepasst. Viele Skirennläufer haben Probleme mit Überbeinen oder Schienbeinhautreizungen. Der Schuh selbst kann in der Schalenhärte, dem Canting und der Vorlage (Flex) verändert werden. In den schnellen Disziplinen verwendet man eher weiche Schalen, während man in den technischen Disziplinen eher auf harte Schalen vertraut. Allerdings gehen wir mittlerweile auch im Slalom zu weicheren Oberschalen über, da man damit besser steuern kann.

Technologie-Info Skischuhe: University of Oregon

Stöcke
Stöcke braucht man eigentlich nur beim Start so richtig. Im Lauf selbst dienen sie als Gleichgewichtshilfe. Meine Stockfirma Leki baut für alle Disziplinen Carbonstöcke, auch für die schnellen Bewerbe, wo man ja gebogene Stöcke braucht. Carbon-Composite-Stöcke sind zwar nur unwesentlich leichter als Aluminiumstöcke, aber wesentlich steifer und subjektiv im Handling besser. Das kann beim Start einen kleinen Zeitvorsprung bringen. Die Abfahrts- und Super-G-Stöcke werden individuell an den Körper des Läufers angepasst.

Company Link: www.leki.de

Rennanzug
Der Rennanzug sollte möglichst faltenfrei sitzen und trotzdem nicht in der Beweglichkeit einschränken. Gewisse Parameter wie Materialdicke, Luftdurchlässigkeit, etc. werden von der FIS vorgegeben. Deshalb müssen alle Rennanzüge auch von der FIS getestet und plombiert werden. Der optimale Sitz des Rennanzuges wird im Windkanal ausgetestet. Das Design eines Rennanzuges ist wie das Zeichnen eines Formel 1 - Wagens. Vorteile erzielt man vor allem durch die Lage des Reißverschlusses und die Anordnung, Stichform und Versäumung der Nähte.

Brille
Merkmale einer guten Skibrille sind ein breites Gesichtfeld, 100%iger UV-Schutz, gute Durchlüftung und ein unverzerrtes Blickfeld. Die Farbe des Brillenglases entscheidet über das optische Empfinden. Meine Brillenfirma Briko bietet im wesentlichen drei verschiedene Gläser an: ein weißes für Schlechtwetter, Regen und Flutlichtrennen; ein rotes für fast alle Bedingungen und ein verspiegeltes für absolutes Schönwetter.

Sicherheits-Info: Care for your eyes

Skischuh-Heizelemente
Das Gleisdorfer Unternehmen Therm-ic stellt Ingrid ab dieser Saison Heizelemente für Skischuhe zur Verfügung. Kalte Füsse sind bestimmt jedem Skifahrer bekannt. Für dieses unangenehme Gefühl werden vor allem zwei Faktoren verantwortlich gemacht: Zum Einen muss ein moderner Skischuh den Fuss ausreichend fixieren, um eine optimale Kraftübertragung auf Ski und Piste zu gewähren. Dies erfordert, dass der Schuh eng sitzt und den Fuss gut umfasst. Dadurch wird allerdings die Eigenbewegung des Fusses eingeschränkt. In der Folge kann die Muskelpumpe, die den Blutfluss durch die Gefässe unserer Füsse unterstützt, weniger gut arbeiten. Die Durchblutung wird schlechter, und die Füsse werden kälter und gefühlloser. Zum anderen bestehen Skischuhe aus Materialien (Kunststoff, Gummi, Metall) die Wärme eher abführen als konservieren. Davon betroffen sind umso mehr die Rennläufer, da deren Schuhmaterial im Vergleich zu Verkaufsmodellen über dickere Schalen und dünnere Innenschuhe verfügen. Letzere sind oft aus Leder, welches keine besonders guten Isoliereigenschaften aufweist. Die Konsequenzen kalter Füsse sind neben einem unangenehmen Gefühl für jeden Skifahrer absolut negativ: Wärme, Druck, Druckverteilung, Raumbefindlichkeit, parallele und vertikale Beschleunigungen - unsere Fußsohle ist ein besonderes Mess- und Regelsystem. Aus Physiologie und Neurologie ist bekannt, dass bereits ab einem Absinken der Fusstemperatur um 2 Grad Celsius Rezeptoren ausfallen und die Grob- und Feinmotorik eingeschränkt ist. Abhilfe können hier Schischuheizungen schaffen. Diese bestehen aus zwei Akkus, einem Ladesystem, Reglern, beheizbaren Sohlen und einem Kabelsatz. Die beheizbaren Sohlen werden ganz einfach im Vorfussbereich unter der Einlagesohle eingeklebt. Via Flachkabel wird dieses Heizelement von den Akku-Packs mit Strom versorgt. Diese werden entweder am Skischuh angebracht oder eingesteckt. Sie haben etwa die Grösse eines kleinen Mobiltelefons. Mittels Regler am Akku wird auch die Heizdauer und -stärke eingestellt. Zusätzlich zur Skischuhheizung verwendet Ingrid auch noch Bootwarmer und Bootdryer von Therm-ic. Die Bootwarmer sind kleine Heizstäbe, die einfach in den Skischuh gesteckt werden und entweder in der Steckdose oder im Zigarettenanzünder angesteckt werden. Sie erwärmen den Schuh z.B. während der Fahrt zum Skigebiet. Der Bootdryer ist ähnlich einem Föhn konstruiert und dient dazu, den Innenschuh über Nacht zu trocknen.